JT in Brüssel


[ Antworten ] [ Ihre Antwort ] [ Forum www.james-taylor.de ]

Abgeschickt von wusel am 08 April, 2003 um 22:29:04

Was kann man wohl nach einem solchen Abend in Paris wohl noch zu einem 'Standard' Konzert schreiben.
Naja, ich versuch's mal.
Wir sind so etwa um 11 Uhr nach Brüssel aufgebrochen um JT dort im 'Palais Des Beaux Arts' zu sehen. Viel gesehen habe ich während der Fahrt nicht, sondern fast die ganze Zeit geschlafen.
Angekommen an der Konzerthalle, sah es zunächst so aus als hätten wir uns verirrt. Es waren weder Plakate noch sonstige Informationen zu sehen. Wir gingen rein, um die Karten abzuholen. Erste Reihe Balkon - das klang vielversprechend und nach einem besonderen Platz. Als wir unsere Plätze einnahmen stellten wir fest, dass das Wort 'Balkon' hier nicht ganz zutrifft. Es handelte sich eher um ein Erhöhung circa 2 Meter über dem Boden und etwa 15 Meter von der Bühne entfernt. Man konnte seine Arme vor sich auf eine gepolsterte Lehne legen, das war sehr willkommen. Des Weiteren konnte man sehr schön über die Köpfe der im Parterre sitzenden hinwegsehen. Im Vergleich zu Paris kann man hier nur sagen, dass ich es wahrscheinlich auch geschafft hätte, eine Videokamera oder ein komplettes Aufnahmeequipment mit hineinzunehmen. Null Sicherheitskontrollen. Die Konzerthalle war alt, aber sehr schön. Hinter uns gab es noch zwei weitere Erhöhungen und rundherum, wie aus alten Symphoniehallen bekannt, befanden sich echte Balkone.
Was mich hier völlig überraschte war die Tatsache, dass es offensichtlich erlaubt war Photos zu machen. Nirgends auch nur ein kleiner Hinweis. Bereits vor der Show standen Leute auf und schossen ganz ungehemmt drauflos. Das nervte während des Konzerts ein wenig, um ehrlich zu sein. Zu der Show kann man nur sagen, professionell wie eh und jeh. Toller Sound, da man sich etwas weiter von der Bühne entfernt befand. Auch hier sprach JT wieder französisch, allerdings nicht so ausgiebig wie in Paris. Dennoch hatte das Publikum seine Freude daran. JT entschuldigte sich für sein 'schlechtes' Französisch und sagte er habe das am vorherigen Abend die ganze Zeit getan. Daraufhin ließ sich mein Kumpel Olivier dazu herab ihm ein 'It was perfect, James' entgegenzubrüllen. JT entgegnete es mit den Worten 'Thanks, but don't encourage me'. Das war recht lustig, allerdings waren die Zwischenrufe schon etwas lästig. Fortwährend wurde, beinahe nach jedem Song, etwas reingebrüllt, was JT mit weiterem Verlauf des Konzerts zunehmend ignorierte. Als ich zur Begrüßung von JT wie selbstverständlich aufstand um zu applaudieren zupfte nach einigen Sekunden jemand von hinten an meinem Pulli, um mich zum Hinsetzen zu bewegen. Das konnte ich nur mit einem Achselzucken quittieren und sagte 'This man deserves it'... Jedesmal, wenn ich danach wieder aufstand erhebte man sich auch hinter mir.
Das Publikum war nicht ganz so still wie in England, aber von einer Stimmung wie in Paris doch weit entfernt.
In der Pause sprach ich mit einem Mann, der einen 'all areas' pass umgehängt hatte und wir redeten ein wenig über die Tour. Er sagte, dass er so etwas wie Paris auf dieser Tour noch nicht erlebt hatte und die Band begeistert gewesen sei. Er gehörte zur 'rigging crew' und war, wie sich schnell herausstellte, nicht der richtige Mann um mich backstage zu geleiten (Ich hatte ja immer noch nicht aufgegeben) Ich fragte ihn, ob er auch bei der großen US Tour dabei sein würde. Er sagte ja, und dass JT danach eine Pause einlegen würde. Seine Tochter Sally heiratet nach der Tour im Oktober und JT würde danach ein Jahr gar kein Konzert spielen. Danach würde es, laut seiner Info, mit einer Europatour weitergehen. Allerdings sei das noch inoffiziell.
Ich will in diesem Bericht gar nicht großartig auf die Stücke im Einzelnen eingehen. Es war, alles in allem, ein toller Abschluß für mich. Wir hätten wieder die Möglichkeit gehabt an die Bühne zu stürmen. Ich habe aber diesmal vorgezogen an meinem Platz zu bleiben und die Zugaben von dort zu genießen.
Alles in allem war es ein sehr gelungenes Abschlußkonzert.
Nach der Show standen wir noch eine Weile vor dem Backstageeingang, der sich nur etwa 20 Meter von unserem Sitzplatz entfernt befand. Unsere Hoffnung wurde hier aber schnell zunichte gemacht, als uns mitgeteilt wurde, JT sei bereits gegangen. Also gingen wir auch und machten uns noch ein paar schöne Stunden im nächtlichen Brüssel, was sehr viel Spaß machte.

Die Tour ist nun vorbei und ich verarbeite immer noch die Impressionen.
Es ist immer wieder eine Freude, egal wo, den James live zu erleben und auch seine engen Fans kennenzulernen.
Ich habe während dieser Tour viele neue Freunde gewonnen und bin sehr dankbar dafür.

Bis bald vor den Bühnen dieser Welt

wusel


Antworten:



Ihre Antwort

Name:
E-Mail:

Subject:

Text:

Optionale URL:
Link Titel:
Optionale Bild-URL:


[ Antworten ] [ Ihre Antwort ] [ Forum www.james-taylor.de ]